Stiftung Warentest Rote Karte für Wasser mit Fruchtgeschmack
Aromatisiertes Wasser, Gesundheit, Getränke
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Stiftung Warentest straft industriell produzierte Wasser mit Geschmack ab

Die Farben sind froh, die Früchte leuchten frisch auf dem Etikett – aber die meisten Wasser mit Geschmack wurden von der Stiftung Warentest abgestraft. Im Test waren 25 verschiedene Mineralwasser mit Geschmack – sechs Getränke erhielten die Note „mangelhaft“ und keinem einzigen bescheinigten die Wissenschaftler ein vollständiges Fruchtaroma.

Man hört es immer wieder: Das Trinken nicht vergessen! Empfohlen wird, so viel am Tag zu trinken, wie man Durst hat. Richtwerte für einen gesunden Erwachsenen sind da rund 1,5 Liter am Tag – bei heißem Wetter oder wenn man viel schwitzt bis zu drei Liter am Tag.

Doch was soll ich trinken? Süße Limonaden und Erfrischungsgetränke enthalten oftmals viel Zucker. Wasser hingegen gilt als gesundes Allheilmittel gegen Durst – im Jahr 2012 trank jeder Deutsche durchschnittlich rund 140 Liter.

Auswahl an Mineralwasser mit Aroma groß

Vielen ist das pur auf Dauer jedoch zu langweilig. Die Lösung scheinen hier Wasser mit Geschmack: Apfel, Zitrone, Limette, Orange, Erdbeere, Himbeere, Kirsche, Schwarze Johannisbeere, Pfirsich – die Auswahl ist groß. Der Absatz dieser Produkte steigt. Untersuchungen zufolge trinkt jeder Deutsche durchschnittlich über sieben Liter solcher Mineralwasser mit Aroma im Jahr.

Doch welches Wasser soll ich trinken? Welches Wasser ist gesund? Dieser Frage sind Wissenschaftler nachgegangen: 25 Wasser mit Geschmack wurden von der Stiftung Warentest untersucht – in acht Geschmacksrichtungen. Das Ergebnis fällt nicht gut aus.

Aromatisiertes Wasser: Test-Ergebnisse mangelhaft

Von den Wassern im Test erhielt keines die Gesamtnote „sehr gut“ oder „gut“, sechs waren hingegen „mangelhaft“. Die Hauptkritik der Wissenschaftler: Keines der Getränke hatte ein vollständiges Fruchtaroma, das sich dann entfaltet, wenn Fruchtsaft oder Fruchtmark enthalten ist. Am besten schnitten bei diesem Thema noch Wasser mit Zitronen- oder Limetten-Geschmack ab – sie waren noch am natürlichsten.

Die Hersteller der Mineralwasser mit Geschmack nutzen eine Grauzone: Bei den Inhaltsstoffen der Getränke wird häufig nur „natürliches Aroma“ angegeben. Das heißt allerdings nicht, dass dieses Aroma auch von der Frucht stammen muss, die der Verbraucher auf dem Etikett und im Namenszug sieht. Denn: Der Geschmack kann auch durch andere Pflanzen und tierische Stoffe herbei geführt worden sein.

Warnung: Krebserregende Stoffe gefunden

Doch nicht nur der Geschmack der Wasser wurde getestet – auch, ob sie Schadstoffe aufweisen. Hier überprüften die Wissenschaftler, ob Konservierungsmittel in den Getränken enthalten waren. Benzoesäure zum Beispiel kann dazu führen, dass man mit dem Wasser auch Benzol aufnimmt. Dieser Kohlenwasserstoff ist krebserregend und wird in der Chemie-Industrie eingesetzt – er ist zum Beispiel in Motorenbenzin und Pflanzenschutzmittel enthalten.

Stiftung Warentest schienen vier Wasser bedenklich, eines sogar in starkem Maße. Weitere Laboruntersuchungen sollten eindeutigere Ergebnisse liefern. Die waren besorgniserregend: Drei Wasser enthielten das krebserzeugende und Keimzellen schädigende Benzol – und zwar teilweise weit über dem erlaubten Maß.

Besonders auffällig: Wasser mit Kirschgeschmack

Eine Sache hatten die Wasser, die wegen Benzol auffielen, gemeinsam: Alle hatten Kirschgeschmack. Aus diesem Grund untersuchte Stiftung Warentest anschließend 30 Wasser nur mit diesem Aroma – und stieß wohl auf einen Zusammenhang: In sechs der Wasser im Test fanden die Lebensmitteltechniker den krebserregenden Stoff.

Doch zurück zum Test der Wasser mit verschiedenem Geschmack: Als weiteren Punkt bemängelten die Wissenschaftler, dass nur zwei der 25 getesteten Getränke zuckerfrei waren. Den anderen war Zucker zugesetzt – hier waren die Getränke mit Erdbeer-Aroma negativer Spitzenreiter. Wer solche Mineralwasser trinkt, nimmt Kalorien zu sich, die er so vielleicht gar nicht erwartet hätte. Interessant am Rand: Wasser pur hat null Kalorien.

Wichtigstes Ergebnis der Untersuchung von Stiftung Warentest zum Thema „Wasser mit Geschmack“ ist: auf das Kleingedruckte achten und sich informieren, was es bedeutet. Auch wenn von „natürlichen Aromen“ die Rede ist, müssen diese nicht von den Früchten stammen, die auf dem Etikett abgebildet sind.

Tipp: Wasser selbst mit Aroma veredeln

Viel gesunder und geschmacksintensiver ist es da, Wasser selbst mit Aroma zu verfeinern – vor allem, weil es so einfach zuzubereiten ist.

Als Aromen eignen sich viele Früchte (wie Apfel, Kiwi, Birne, Sanddorn, Quitte), Gemüse (wie Gurken), Blüten (wie Holunder und Hibiskus) und Kräuter und Gewürze (wie Ingwer, Minze und Melisse). Beim verwendeten Wasser sollte darauf geachtet werden, dass es die Bezeichnung „Mineralwasser“ auch verdient hat – also reichlich Mineralstoffe enthält. Richtwert sind hier mindestens 500 Milligramm gelöste Mineralstoffe pro Liter.

Im Sommer einfach Eiswürfel in Karaffe oder Glas – fertig ist ein leckeres, gesundes und selbst zubereitetes Erfrischungsgetränk!

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